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Fortbestand mit Erneuerung 1967 bis 1987

Am 24. Oktober 1967 beging der Konzertverein mit einem Konzert des Scottish National Orchestra festlich sein 50- jähriges Bestehen. Zunächst lag noch für Jahre die Leitung in den Händen von Josef Schloder, der, von seiner Frau tatkräftig unterstützt, seit 1954 den Vorsitz führte. Ihm galt als oberstes Ziel: denkbar hohe Qualität bei einer gleichblei- benden Zahl von sechs bzw. sieben Konzerten pro Jahr. Im Sommer 1978 übergab er die Leitung an Reinald Atzerodt, dem ebenfalls die Frau zur Seite steht. Der Konzertverein zählte zur Zeit der Übergabe am 19. Juli 1978 950 erwachsene Mitglieder und 350 Schüler im Abonnement, eine Warteliste bestand.
In den folgenden Jahren wurde Jahr für Jahr das Programm planmäßig durch die Einführung von Sonderkonzerten außerhalb des regulären Abonnements erweitert: 1979/80 acht Kon- zerte, davon ein Sonderkonzert, 1980/81 neun Konzerte, davon zwei Sonderkonzerte, 1981/82 elf Konzerte, davon drei Sonderkonzerte, 1982/83 13 Konzerte, davon fünf Sonder- konzerte, bei dieser Zahl blieb es sodann, lediglich 1986/87 waren es elf Konzerte, davon fünf Sonderkonzerte, im Jubiläumsjahr 1986/87 sind 15 vorgesehen. Mit einem Konzert von Ulf Hoelscher am 6. April 1987 wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Ingolstadt wiederum die Reihe der Musica-viva-Konzerte aufgenommen, die schon früher bestanden hatte und von Josef Schloder begründet worden war: auf dem Programm stand u. a. die Sonate 1982 Franz Hummels, eines einstigen Schülers Josef Schloders. Eine Domäne des Konzertvereins war seit Beginn das Solisten- und Kammer- konzert. Gewiss: In einer ausgewogenen Qualität liegt die Garantie für eine kontinuierliche Musikpflege, die in einer hohen Zahl von Abonnements ihren Niederschlag findet.

Unvergessen freilich bleiben Höhepunkte: einst Sänger und Sängerinnen wie Maria Ivogün, Karl Erb, Julius Patzak, nun Edith Mathis (1978) oder Peter Schreier (1982), einst Pianisten wie Conrad Ansorge oder Rudolf Serkin, nun Maurizio Pollini (1972), einst Geiger wie Felix Berber und Adolf Busch, nun Ulf Hoelscher (1978, 1981, 1987) und andere.
Höhepunkte der jeweiligen Konzertsaison bilden die großen Symphoniekonzerte: in schöner Regelmäßigkeit die Bamberger Symphoniker, aber auch das Concert- gebouw Orkest Amsterdam (1980). die Leningrader Symphoniker (1975), das Leipziger Gewandhausor- chester (1976) usw.
Vor nahezu 20 Jahren nahm der Konzertverein ein Nachwuchskonzert pro Jahr in das Abonnement auf, um jungen Künstlern Konzert- erfahrung großen Stils zu ermöglichen. Um diesen Konzerten einen besonderen Anreiz zu geben, wurden diese dank der Stiftung eines Musikförderungspreises durch Frau Elin und Herrn Dr. Wilhelm Reissmüller zu Wett- bewerbskonzerten für Stu- dierende bayerischer Musik- hochschulen. 1978 spielten aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Stiftung die einstigen Preisträger Hansjörg Schellenberger (Oboe, 1968), Florian Sonnleitner (Violine, 1973) und Gerhard Oppitz (Klavier, 1975). In diesem Jahr wird der Preis zum 18. Mal vergeben. Was zunächst nur Hoffnung war, ist inzwischen schon fast Gewohnheit. In diesen Nachwuchskonzerten können sich junge Künstler eines vollen Hauses sicher sein.