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Intensiver Aufbau 1921 bis 1924

Es folgten Jahre einer erstaunlichen Intensivierung. In der Saison 1921/22 bot der Verein 12 Konzerte an, 1922/23 elf, 1923/24 immerhin noch acht. Von diesen Veranstaltungen waren wieder elf Lieder- und Arienabende. Man konnte es sich leisten, Instrumentalgruppen an zwei Abenden hintereinander mit verschiedenen Programmen auftreten zu lassen. Doppelabende bestritten das Wendling-Quartett, das Stuttgarter Streichquartett und das Münchner „Kammertrio H" mit Huber, Härtl und Rudolf Hindemith. Am 3. 2. 1922 spielte der Pianist Walter Gieseking Werke von Max Reger und Claude Debussy; Maurice Ravel und Paul Hindemith widmete er einen zweiten Abend. Die Reaktionen bewiesen, dass der Impressionismus bei den Ingolstädtern durchaus auf Verständnis und Interesse stieß, während sie vor Hindemith noch zurückschreckten.
Neu waren Großveranstaltungen des Konzertvereins im Schäffbräukellersaal: Die Münchner Konzertgesellschaft für Chorgesang unter Eberhard Schwieckerath sang alte Chöre. Die 200 Mitwirkenden ernteten bei über 1000 Besuchern rauschenden Beifall. Am 28. 4. 1923 war mit dem „Pfalzorchester" zum erstenmal ein großes Orchester zu Gast. Mussten derartige Unternehmungen notgedrungen Ausnahmen bleiben, so wurde eine andere Einführung bald zur festen Gewohnheit: Namhafte Professoren referierten über Komponisten und ihre Werke. Freiherr von der Pfordten sprach über Johannes Brahms und Hugo Wolf, Willibald Nagel über Max Reger, Hermann Zilcher über „Wie entsteht eine Komposition". Mit diesen Vorträgen erfüllte der Konzertverein mit die Aufgabe einer Volkshochschule; ihre Notwendigkeit erwies sich an der vorhandenen Nachfrage.