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Verheißungsvoller Beginn 1917 bis 1921

Die erste Periode umfasst den Zeitraum von 1917/18 bis 1920/21. Von den 26 Konzerten dieser Zeit waren 12 Lieder- und Arienabende. Es gastierten Maria Ivogün, Emmi Leisner und von den Sängern Heinrich Knote, Karl Erb, Friedrich Brodersen und Paul Bender. Dies darf jedoch nicht über das Gewicht der Instrumental- konzerte hinwegtäuschen, die Ingolstadt in bemerkenswerter Weise Anteil am Musikleben jener Jahre verschafften. Im März 1919 spielte Conrad Ansorg an zwei aufeinan- derfolgenden Abenden Beet- hoven-Sonaten; allerdings konnte nicht einmal die jubelnde Besprechung in der Ingolstädter Zeitung den Kasinosaal am zweiten Abend ganz füllen. Ferner waren der Pianist Wilhelm Backhaus und der Geiger Felix Berber zu hören. Außer dem Leipziger Gewandhaus-Quartett wurde das Wendling-Quartett aus Stuttgart eingeladen, dessen Ingolstädter Debüt im Jahre 1920 Auftakt zu zahlreichen weiteren Gastspielen war.

Besonderer Beliebtheit er- freuten sich jene Abende, die einem einzigen Komponisten gewidmet waren: Ludwig van Beethoven, Richard Wagner, Frederic Chopin, Hans Pfitzner. Der zeitgenös- sischen Musik öffnete man sich tastend: Auf ein Konzert mit 6 Pfitznerliedern folgte ein „zeitgenössischer Lieder- abend" mit Werken von Pfitzner und Trunk. In den Programmen der Folgezeit findet man gelegentlich den Ingolstädter August Reuß, Richard Strauss und immer wieder Max Reger. Zum Teil in Anlehnung an den Kon- zertverein versuchte damals auch die Kreisstelle der Reichszentrale für Heimat- dienst, Konzerte zu orga- nisieren, jedoch ohne Erfolg. Zu keiner Zeit hatte sich der Konzertverein „volkstümlich" gegeben. Auf diesem Sektor gab es ohnedies die Tradition der Militärkonzerte im Schäff- bräukellersaal. Außerdem traten zuweilen Ingolstädter Laienorchester auf.